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Life Update: Was ist passiert?

Sarah Kothera

Was war los?

Ich bin wieder da – mehr oder weniger jedenfalls. Das letzte Monat war ziemlich hart und es passierten viele unschöne Dinge. Ich kündigte meine Arbeitsstelle, weil ich psychisch nicht mehr konnte. Jedes Mal, als ich zur Kamera griff (ich war für Social Media und Marketing zuständig) bzw. im Laden war, fing ich zu zittern und zu weinen an und bekam Herzrasen. Ich konnte nicht mehr, weil mich meine ehemalige Chefin nach Strich und Faden ausnutzte. Ich weinte nicht nur zu Hause in meinen eigenen vier Wänden, sondern zum Schluss auch schon mitten in der Straßenbahn.

Am 1. Dezember bekam ich die Diagnose Depression & Panikattacken. Ich war davon überzeugt, dass die Symptome verschwinden und es mir besser gehen würde, sobald ich gekündigt habe und im Krankenstand war. Da wusste ich noch nicht, dass sich die Depression schon viel früher anbahnte und mir meine Chefin nur noch den Rest gab.

Der Grund für die Pause von Social Media und die Verschiebung meines Adventkalenders war, dass ich den Blog und Instagram als Gewerbe angemeldet habe und im Krankenstand diese nicht betreiben darf. Ansonsten hätte mich meine ehemalige Chefin auf Schadensersatz verklagen können und ich hätte alle Ansprüche verloren.

Das trifft mich doch sowieso nie.

Ich hätte nie gedacht, dass es mich auch mal treffen könnte, wo ich doch immer so sehr auf meinen Körper gehört habe. In den letzten Monaten hörte ich immer seltener auf ihn – ich war zu gierig nach Erfolg und das habe ich nun davon.

In meinem Kopf dreht sich alles. Ich möchte arbeiten gehen können, ich möchte mir ein Leben aufbauen, reisen, unabhängig sein, eine Wohnung bezahlen können, aber wie soll ich das hinkriegen, wenn ich es nicht mal schaffe beim Friseur anzurufen? Je nach Tagesverfassung können mich die einfachsten Dinge wie beim Friseur anrufen aus der Bahn werfen. Heute Vormittag wollte ich zum Handy greifen und mir einen Termin ausmachen, aber ich konnte nicht. Ich wurde plötzlich unruhig, zitterte, begann zu schwitzen und war total traurig und verzweifelt. Es macht mich fertig, wenn ich um eine bestimmte Uhrzeit wo sein muss. Ich weiß, dass viele nicht verstehen können wie es mir geht bzw. warum ich manche Sachen nicht machen kann, aber oft verstehe ich es selbst auch nicht.

Wieso bekommen alle anderen ihr Leben auf die Reihe? Warum kann ich nicht „normal“ sein? Wieso trifft es immer mich? Diese Fragen beschäftigen mich tagtäglich.

Am liebsten würde ich den ganzen Tag im Bett bleiben und mich verstecken. Mich stresst es, dass ich am Abend einen Termin bei meiner Psychologin habe. Am Vormittag, als es mir nicht so gut ging, überlegte ich mir 1000 Ausreden nicht hingehen zu müssen, aber andererseits wollte ich unbedingt hin, weil ich weiß, dass sie mir helfen kann. Alleine komme ich hier nicht mehr raus.

Was mich aber motiviert und mich immer wieder aus diesen Tiefs rauszieht, sind meine positive Grundeinstellung und mein starker Wille gesund zu werden. Ich versuche nicht zu sehr über alles nachzudenken und gehe dann mit Benni eine Runde spazieren oder mache Sport. Danach sieht die Welt wieder ganz anders aus und ich fühle mich viel besser.

Sarah Kothera

Sarah Kothera

Jacke: Quagga | Schal: Tchibo | Leggings: Wellicious

Aufgeben kommt für mich nicht in Frage.

Es können noch so viele schlimme Dinge passieren, aber ich werde nie aufgeben. NIE! Ich will etwas in meinem Leben erreichen, ihm einen Sinn geben und anderen helfen. In den letzten 23 Jahren sind mir so viele schlimme Dinge widerfahren, die manche nicht mal in 7 Leben durchmachen müssen.

Mit 3 Jahren ertrank ich fast im Teich der Nachbarn, durch dieses Erlebnis habe ich nun seit 20 Jahren Panikattacken, die mein Leben stark beeinträchtigen. Im Kindergarten hat niemand mit mir gespielt und ich war eine Außenseiterin – der einzige Junge, der nett zu mir war und in den ich mich damals „verliebte“, starb mit 8 Jahren an Blutkrebs. Meine Oma und mein Vater stritten sich oft lautstark und ich war mittendrin. Auch in der Volksschule war ich eine Außenseiterin, wurde ausgenutzt und gemobbt. Die anderen Kinder sagten mir, dass ich dick bin und eine hässliche Nase habe. In der Hauptschule wurde es besser und ich fand Freunde, aber ich bekam Magersucht und hasste mich und meinen Körper. (Den Blogpost dazu findet ihr hier.)

Meine Eltern ließen sich scheiden als ich 11 Jahre alt war und meine Mutter fand einen neuen Lebensgefährten. 10 Jahre lang hat er mich psychisch fertig gemacht. Ja, er hatte auch seine guten Seiten, aber er war der Grund, warum ich eine Psychologin brauchte. Er berührte mich außerdem an Stellen, wo er eigentlich nicht hingreifen sollte, nur damals war mir das nicht bewusst und ich dachte, dass ich überreagiere.

Die Trennung von meiner ersten großen Liebe machte mich so fertig, dass ich in eine Art Depression rutschte, von der ich aber selbst wieder rauskam. Vor 5 Jahren bekam meine Mutter schlimme Depressionen und Burnout. Ich zog von Wien wieder nach Hause und half meine Oma zu pflegen. Ich war dabei, als sie ihren letzten Atemzug machte und dann starb – diesen Augenblick werde ich niemals vergessen.

Ich ging wieder nach Wien und arbeitete bei einem Steuerberater. Eine Arbeitskollegin konnte mich nicht leiden und mobbte mich. Ich zitterte, mir war schlecht und ich rannte oft auf die Toilette um zu weinen.

Ein Arzt bei dem ich in Behandlung war verliebte sich in mich und versuchte mich zu küssen. Daraufhin rannte ich so schnell ich konnte aus der Praxis und fuhr nach Hause. Ich habe ihm vertraut, ihm meine ganze Lebensgeschichte erzählt. Ständig sagte er mir, dass ich für mein Alter schon extrem reif wäre und einen älteren Freund brauche. Dass er damit sich selbst meinte, wurde mir erst später klar. Seither habe ich große Probleme damit Männern zu vertrauen und sobald einer nett zu mir ist, läuten die Alarmglocken.

Sarah Kothera

Unser Hund Benni wurde vor 1,5 Jahren vergiftet und überlebte nur knapp. Seitdem habe ich ständig Angst und kann fast nicht mit ihm alleine sein. Die Mutter von meinem Ex-Freund (wo ich gerade wohne) hat Darmkrebs im Endstadium und es macht mich fertig. Ich wünsche mir so sehr, dass sie wieder gesund wird und ein langes und tolles Leben führen kann.

Mein Dezember

Letzten September begann ich für einen veganen Laden im Bereich Social Media und Marketing zu arbeiten. Meine ehemalige Chefin machte mich ebenfalls fertig – nichts war ihr recht, aber wenn sie es so gemacht hat, wie ich es vorher nicht machen durfte, hat es plötzlich gepasst, statt 10,5 h habe ich bis zu 30 h pro Woche gearbeitet und sie schuldet mir immer noch Geld. Wie weiter oben schon gesagt, habe ich dort gekündigt und als ich meiner Chefin mitteilte, dass ich im Krankenstand bin, wurde sie ungut. Überall wurde ich blockiert, sie weigerte sich mir mein restliches Gehalt auszubezahlen, die Überstunden will sie mir nicht ausbezahlen und so weiter und so fort.

Eben einen Tag nach der Kündigung bekam ich die Diagnose Depression & Panikattacken. Meine Mutter belastete mich seit Monaten psychisch (darauf möchte ich nicht näher eingehen) und nach einem Streit, der eskalierte, bin ich abgehauen und wohne seitdem bei meinem Ex-Freund und seinen Eltern. Am 24. Dezember wurde ich von meiner Mutter offiziell von zu Hause rausgeschmissen.

Meine andere Oma aus Wien, zu der ich 3 Jahre lang keinen Kontakt hatte, wurde während der Feiertage ins Krankenhaus gebracht und sie sieht nicht sonderlich gut aus. Zudem geht es meinem 18-jährigen Kater auch sehr schlecht und es sieht aus, als ob er nicht mehr lange bei uns sein würde.

Ich will kein Mitleid.

Das war eine Kurzfassung meines Lebens, bei der ich noch viele Sachen ausgelassen habe. Auch wenn mir wirklich schon viel passiert ist, würde ich nie auf die Idee kommen aufzugeben. Wie ich auch in meinem Instagram Posting erklärt habe, teile ich das alles nicht mit euch um Mitleid zu bekommen, sondern um Betroffenen zu zeigen, dass man nie aufgeben darf. Ich versuche in allem das Positive zu sehen und lerne aus jeder Situation. Ich bin teilweise sogar „froh“ darüber Depressionen zu haben oder besser gesagt diese Erfahrungen zu machen, weil ich an mir arbeiten kann und mich dadurch weiterentwickle und noch stärker werde. Ich versinke nicht in Selbstmitleid, obwohl ich jeden Grund dazu hätte, sondern arbeite an mir, überwinde mich und konzentriere mich auf das Gute.

Ich habe keine Ahnung wie es auf meinen Social Media Kanälen weitergeht und auch der Adventskalender muss warten, bis es mir wieder besser geht. Ich muss jetzt einfach auf mich hören. Wenn mir danach ist, dann schreibe ich Beiträge und poste Bilder auf Instagram. Es kann sein, dass ich täglich etwas poste oder nur alle paar Wochen. Ich hoffe ihr habt Verständnis dafür und mich freut es wirklich sehr, dass ihr euch den ganzen Beitrag durchgelesen habt.

Nachträglich wünsche ich euch allen ein wunderschönes neues Jahr <3

Sarah Kothera

Jacke: Quagga | Schal: Tchibo | Leggings: Wellicious

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7 Comments

  • Reply
    Queen
    Sonntag, der 12. Februar 2017 at 05:38

    Hallo,
    Der beste Weg, um die Leere, die in Panik zu bringen und über Sorgen bringt, ist, Ihr spirituelles Leben zu füllen. Fügen Sie positive Bestätigungen in Ihre Morgenroutine. Erstellen Sie eine morgendliche Routine mit etwas, das Sie glücklich macht (für mich, es ist mein Lieblings-Tee und eine Vase von Blumen beim Lesen meiner positiven Affirmationen, nachdem ich meine Visuals getan haben). Seien Sie geduldig mit sich. Ich denke, dass Sie ein Geschenk für das Sorgen um andere haben … Wie ein älterer oder behinderter Person-Assistent oder ein Kinderbetreuungsbegleiter an einem Daycare, oder zu gehen Fotos von Leuten nehmen, die sich um andere kümmern … Oder sogar gerade ein Buch (In alphabetischer Reihenfolge) Mischen Sie Ihre Erfahrungen mit Ihren Leidenschaften! Dies ist eine großartige Zeit, um diese Leidenschaften und Ihre Kreativität zu erkunden. Sie können machen. Ausgezeichneter Hundetrainer. Bete nur darum. Meditieren Sie auf sie (Ihre Geschenke und Talente und Sachkenntnis). Fordern Sie Ihr Selbst auf, im JETZT zu bleiben, während Sie glücklich über Ihre Zukunft fühlen. Ihr seid stärker und eure Stärken sind euer Führer für euren Weg der Positivität auf dieser Erde. Liebe BIG!

  • Reply
    Lexie
    Sonntag, der 29. Januar 2017 at 09:47

    Wow, das hat mich gerade fast zu Tränen gerührt. Du bist total stark! Ich würde dich am liebsten erstmal bei mir aufnehmen.
    Alles Gute

    • Reply
      Sarah
      Donnerstag, der 2. Februar 2017 at 18:25

      Ooh wie süß bist du denn? <3 Danke 🙂

  • Reply
    Mara
    Donnerstag, der 19. Januar 2017 at 10:22

    Liebe Sarah,
    es freut mich dass du so eine positive Grundeinstellung hast!
    Auch ich habe viel durchgemacht und mir fallen ebenfalls die kleinsten Sachen im Alltag schwer, wie Anrufe, oder Verabredungen mit Freunden,…
    Auch meine schulischen Leistungen leiden darunter. Ich schaffe es einfach nicht mehr mich auf eine bestimmte Sache richtig zu konzentrieren.
    Zumindest war es so.
    Im Moment geht es mir immer besser. Ich möchte auch wieder Kontrolle haben und Routine in meinen Alltag bringen.

    Ich hoffe, dass bei dir alles besser wird!
    Und du was aus deinem Leben machst! 🙂

    Liebe Grüße,
    Mara

    • Reply
      Sarah
      Donnerstag, der 2. Februar 2017 at 20:23

      Hallo liebe Mara,
      ich verstehe dich total! Lass dir einfach Zeit und pass gut auf dich auf 🙂
      Ich wünsche dir von Herzen, dass es dir bald wieder gut geht <3

      Alles Liebe,
      Sarah

  • Reply
    Vanessa Faschingbauer
    Freitag, der 13. Januar 2017 at 23:56

    Liebe Sarah!
    Ich bin nun endlich dazu gekommen Deinen herzergreifenden Blogpost zu lesen 🙏 Ich finde es wahnsinnig toll, wie Du kämpfst, wie Du versuchst trotzdem das Positive zu sehen! In vielen Situationen erkenne ich mich selbst wieder. Wie Du schon selber sagst, hast Du schon so viel durchgemacht, was anderen nicht in ihrem ganzen Leben widerfährt.. Ich bewundere Deinen Willen und Deinen Ehrgeiz! Bloß nicht aufgeben! Manchmal tut so eine Social Media Pause auch Körper und Geist gut ☺️ Ich wünsche Dir von Herzen das Beste! Wenn Du mal jemanden zum Reden brauchen solltest, Du weißt ja 😉 @vanvanblabla

    • Reply
      Sarah
      Montag, der 16. Januar 2017 at 21:27

      Hallo Vanessa,
      ich bin wirklich froh, dass ich so eine positive Grundeinstellung und so einen starken Willen habe. Die Zeit vergeht sowieso, also versuche ich so positiv wie möglich zu sein – alles andere hat keinen Sinn.
      Oh ja, die Social Media Pause war richtig gut. Ich hab absolut nicht gemerkt wie viel Druck ich mir ständig gemacht habe und das ist auch wieder das Positive an der Sache. Wäre das alles nicht passiert, hätte ich bestimmt nie eine Pause eingelegt.
      Du kannst dich natürlich auch immer bei mir melden 🙂

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