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Was Instagram mit mir gemacht hat

Sarah Kothera

Ihr habt jetzt länger nichts mehr von mir gehört, weil ich einerseits viel wegen dem bevorstehenden Adventskalender zu tun habe (Firmen und Gewinne organisieren, Blogposts überlegen, Fotos machen und bearbeiten, etc.) und mir in in dieser Pause einiges klar geworden ist.

Schöner, besser, kreativer

Eigentlich habe ich meinen Instagram Account ins Leben gerufen, weil ich Menschen dazu inspirieren wollte sich gesund und vegan zu ernähren. Mir hat es Spaß gemacht Fotos zu posten, aber im Laufe der Zeit hat sich Instagram sehr verändert. Bei vielen Foodbloggern (natürlich nicht bei allen) lautet das Motto „Schöner, besser, kreativer“. Der Wettbewerb ist wahnsinnig hoch und für mich war keines meiner Bilder mehr gut genug. In meiner Auszeit habe ich erkannt, dass ich meine Ansprüche herunterschrauben sollte und mich dieser Wettbewerb nicht interessiert. Seit ich mir das eingestanden habe, bin ich viel entspannter und es entstehen auf einmal Bilder, von denen ich echt begeistert bin.

Ich liebe es mir schöne Bilder anzusehen, aber ich selbst würde ohne Instagram mein Essen nicht tagtäglich so anrichten. In den letzten Monaten drehte sich alles nur noch um das perfekte Essensfoto, ich aß die Gerichte oft nur, weil sie fotogen waren. Ich weiß, das hört sich völlig bescheuert an, aber ich will ehrlich sein. Ganz zu Schweigen davon, wie viel Zeit ich in all das investiert habe. Stundenlanges Kommentieren um ja nicht übersehen zu werden, überlegen wie die Bilder noch schöner werden, mich mit anderen vergleichen und so weiter. Es ging sogar so weit, dass ich lange überlegt habe, welches Gericht mit welcher Dekoration überhaupt in meinen Feed passt. Im Nachhinein betrachtet finde ich das einfach nur crazy.

Was mich auch enorm gestresst hat war, die Fotos immer um eine bestimmte Uhrzeit hochzuladen, wo die meisten Menschen auf Instagram aktiv sind. Bei mir war das um 9 Uhr morgens. War ich bis dahin nicht mit Fotos bearbeiten und dem Posting fertig, verursachte das innerlichen Stress.

Irgendwann habe ich nicht mehr aus Spaß Fotos hochgeladen, sondern weil ich mehr Abonnenten haben wollte. Umso mehr Follower man hat, umso eher bekommt man (bezahlte) Kooperationen. Versteht mich nicht falsch – ich finde es super, wenn man für dafür bezahlt wird, weil genug Arbeit dahinter steckt, aber nicht um jeden Preis. Meine Prioritäten haben sich geändert und ich habe mich von einem Kooperationspartner getrennt, weil es sich einfach nicht mehr richtig angefühlt hat.

Einblicke hinter die Fassade

Was ich auch verändern will ist, weniger Fake zu sein. Ich bin zwar ein sehr ehrlicher Mensch, aber früher hätte ich mir im Winter z.B. nie Beeren gekauft. Ich wusste einfach nicht wie ich mein Essen sonst schön dekorieren kann, Beeren lassen nunmal alles besser aussehen. Ich will außerdem mehr Einblicke hinter die Fassade gewähren. Bei den Bildern, die ich z.B. für diesen Beitrag verwendet habe, war mir extrem kalt, sie entstanden unter Zeitdruck und mein Freund war alles andere als begeistert davon, schon wieder Bilder von mir machen zu müssen. Zum seinem Glück besitze ich mittlerweile einen Funkauslöser :p

Instagram war in den letzten Monaten eher eine Qual für mich und so wollte ich nicht mehr weitermachen. Ich wollte etwas erzwingen, was man nicht wirklich beeinflussen kann und es hat mich nur unglücklich gemacht. Falls es jemandem von euch auch so geht, dann mach bitte eine Auszeit. Ich habe die Wahrheit lange nicht einsehen wollen und alles was ich davon hatte war Stress, Druck und Erschöpfung.

Ich will Spaß an Instagram haben, die Leute zum Um- und Nachdenken anregen. Ich bin so viel mehr als nur hübsch angerichtetes Essen und habe so viel mehr zu sagen. Ja, es wird natürlich noch Essensbilder und neue Rezepte geben, aber nur, wenn ich Lust dazu habe und nicht jeden Tag. Ich hoffe, ihr begleitet mich auf meinem neuen Weg und seid gespannt, was auf euch zukommt 🙂

Sarah Kothera

 

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8 Comments

  • Reply
    Ronja
    Freitag, der 25. November 2016 at 05:38

    Mir geht’s es da wirklich sehr ähnlich.. und du hast Recht, es ist ganz schön crazy was man nicht alles für ein schönes Bild mit vielen Likes macht. Ich versuche auch gerade davon wegzukommen, aber es fällt mir schwer nicht auf die ganzen Zahlen zu achten und mich nicht mit anderen zu vergleichen. Da es mein Job ist, ist es auch schwer eine Auszeit zu nehmen, aber die Idee finde ich gut und dass es dir diese Erkenntnis geliefert hat ist doch super.

    • Reply
      Sarah
      Samstag, der 26. November 2016 at 20:08

      Ich kann dich total verstehen, aber wenn man sich mal eine Pause nimmt bekommt man neue Ideen und jeder braucht mal eine Auszeit 🙂 Ich wünsche dir alles Gute <3

  • Reply
    ANGELIKA
    Donnerstag, der 24. November 2016 at 17:04

    Großartige Einsicht, Sarah! Weiter so! Lass dich nicht unterkriegen und mach DEIN Ding ohne dich allzusehr mit anderen zu verhleichen und leg den Fokus auf das Umdenken anderer Leute….find ich großartig! Liebe Grüße 😉

    • Reply
      Sarah
      Donnerstag, der 24. November 2016 at 18:31

      Danke für die lieben Worte Angie <3

  • Reply
    Christina
    Donnerstag, der 24. November 2016 at 12:29

    Sehr schön geschrieben, ich glaube du bist auf dem richtigen Weg. Lieber ein paar weniger Follower die du richtig inspirieren kannst, als tausende oberflächliche. Aber mit dem richtigen Herz ergibt sich eh alles von alleine, fühl dich gedrückt <3

    • Reply
      Sarah
      Donnerstag, der 24. November 2016 at 16:25

      Danke für deinen lieben Kommentar 🙂 Du hast damit vollkommen Recht und man spürt einfach sofort, ob jemand mit dem Herzen dabei ist oder nicht!

  • Reply
    Sabrina
    Donnerstag, der 24. November 2016 at 11:34

    Liebe Sarah,
    vielen Dank für deine ehrlichen Worte und ich kann das nur bestätigen! IG macht eben nicht mehr so viel Spaß wenn man sich selber unter Druck setzt. Wenn man andauernd überlegt ob man das jetzt posten kann oder ob es vielleicht nicht so gut ankommt und man Follower verliert, sich Gedanken darüber macht wieso ein Bild so wenig Likes bekommt usw. …
    Aber mittlerweile ist es mir egal! Ich poste einfach auf was ICH Lust habe, und auch wenn es hart ist, aber wem es nicht gefällt was ich poste kann ja gerne gehen… ich bin eben auch mehr als ne Glitzerschüssel… 😉

    Vielen Dank für diesen Post liebe Sarah – sehr inspirierend <3

    Liebe Grüße,
    Sabrina

    • Reply
      Sarah
      Donnerstag, der 24. November 2016 at 16:23

      Hey Sabrina,
      oh ja, meine Gedanken kreisten auch ständig darüber warum manche Bilder so gut ankommen und andere weniger. Aber letztendlich kann es uns egal sein!
      Deine Einstellung ist sowieso toll und du hast mich auch schon ganz oft zum Nachdenken gebracht (z.B. bei so manchen Kooperationen :p).
      Danke auch für die lieben Worte <3
      Liebe Grüße,
      Sarah

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